Zum Download als PDF Waldweiden.pdf

Regulativ der Waldweiden der Gemeinde Sufers

Gültig ab 1. Januar 2010.

         Art. 1     Zweck

Das Regulativ regelt die Nutzung und Bewirtschaftung der Waldweiden in den öffentlichen Wäldern und Weidegebieten der Gemeinde Sufers.

Grundlage bildet die Wald-Weideausscheidung. Diese bezweckt die Konzentration der forstlichen respektiven landwirtschaftlichen Nutzung auf die hiefür geeigneten Standorte und damit die Optimierung und Steigerung der Leistungen beider Zweige.

Die Alpwaldungen und -weiden werden separat geregelt.

         Art. 2     Definition der Teilflächen gemäss Waldentwicklungsplan

Blössen

Sind unbestockte Weideflächen im Waldareal. Sie unterstehen der Waldgesetzgebung.

Bestockte Weiden

Können beweidet werden. Sie weisen einen minimalen Bestockungsgrad von 30 - 50% auf. Sie unterstehen der Waldgesetzgebung.

Es können Massnahmen betreffend Bestandesaufbau und Baumartenzusammensetzung zugunsten der Weidenutzung erfolgen. Weideverbesserungsmassnahmen sind nach Absprache mit dem Forstdienst erlaubt, sofern die Verjüngung des Waldes sichergestellt ist.

Beweideter Wald

Die Beweidung wird als Nebennutzung toleriert. Der Bestockungsgrad beträgt 70 - 90%. Er untersteht der Waldgesetzgebung.

Waldaufbau und Waldpflege richten sich nach den natürlichen Waldgesellschaften. Es werden keine Massnahmen zur Weideverbesserung ausgeführt.

Wald mit Weideverbot

Darf weder mit Gross- noch mit Kleinvieh beweidet werden.

Bei Bedarf kann Vieh auf festen Routen durchgetrieben werden. Temporär dürfen klar abgegrenzte Teile als Schneeflucht beweidet werden.

         Art. 3     Massnahmen und Kostenfolge

Holzschläge

Holzschläge zugunsten der in der Weideregelung ausgeschiedenen bestockten Weiden werden durch den Waldeigentümer in Auftrag gegeben und abgerechnet. Ein allfälliges Defizit geht zulasten der Waldbesitzer.

Schlagräumung

Die Schlagräumung (Grobräumung) geht zulasten der Waldbesitzer.

Jungwuchsförderung

In den beweideten Waldflächen ist die Nachhaltigkeit des Baumbestandes zu gewährleisten. Deshalb muss der zur Erhaltung des Bestockungsgrades notwendige Jungwuchs gefördert werden.

In den bestockten Weiden erfolgt dies durch gezieltes Schützen von natürlichem Jungwuchs und Pflanzungen. Diese Massnahmen erfolgen in Absprache mit dem Forstdienst und gehen zulasten der Waldbesitzer.

Der Forstdienst kann Auslesebäume zum besseren Schutz markieren.

Weidepflege

Zur Erhaltung der bestockten Weiden ist eine periodische Weidepflege, vor allem durch Entfernen von natürlich nachwachsenden Bäumen und Sträuchern notwendig.

Diese Massnahmen sowie allfällige Weideverbesserungen wie Saaten oder Ausbringen von Hofdünger (Mist) erfolgen in Absprache mit dem Forstdienst und gehen zulasten der Weideberechtigten.

Zäune

Die Zäune zur Abgrenzung der Weideflächen vom Wald mit Weideverbot müssen von den Weideberechtigten erstellt und unterhalten werden.

Zur Markierung der Abgrenzungen werden massive, fixe Zaunpfosten oder Farbe verwendet.

         Art. 4     Genehmigung / Inkraftsetzung

Dieses Regulativ wurde inklusive Anhang am 27. November 2009 durch die Gemeinde Sufers genehmigt. Es wird am 1.1.2010 in Kraft gesetzt.

Gemeindepräsident                                            Gemeindeschreiberin

Rolf Gloor                                                          Daniela Fravi

Visiert: Amt für Wald Graubünden, Region Mittelbünden/Moesano

Anhang:   Merkblatt „Massnahmen in bestockten Weiden und im beweideten Wald"

                 Plan

Merkblatt

Massnahmen in bestockten Weiden und im beweideten Wald

Ausgangslage / Zielsetzung

Die untenstehende Zusammenstellung zeigt den Ablauf von Eingriffen in bestockten Weiden auf. Sie soll als verbindliche Wegleitung bei der Pflege und Nutzung dieser Flächen dienen.

Die rechtliche Situation kann wie folgt zusammengefasst werden.

  • Für das Fällen von Bäumen ist unabhängig von Ziel und Verwendungszweck in jedem Fall und unabhängig von den Eigentumsverhältnissen eine Anzeichnung durch den Forstdienst notwendig.
  • Für Weideräumungen, welche Massnahmen an Jungwald zur Folge haben (Jungwuchs, Dickungen und Stangenholz) ist ebenfalls eine Bewilligung durch den Forstdienst notwendig.
  • Für eine gültige Beurteilung, ob eine Fläche unter das Waldgesetz fällt, muss in jedem Fall den Forstdienst beigezogen werden.

Sofern der Gesuchsteller nicht mit dem Eigentümer identisch ist, muss das schriftliche Einverständnis des Eigentümers eingeholt werden.

Ablaufschema für Eingriffe in bestockten Weiden und im beweideten Wald:

Der Gesuchsteller meldet das Vorhaben mindestens zwei Wochen im Voraus dem Revierförster.

Vor der Ausführung der Arbeiten findet die Anzeichnung / Instruktion durch den Forstdienst statt. Diese werden allenfalls schriftlich festgehalten.

Nach Abschluss der Arbeiten werden diese vom Forstdienst abgenommen. Allfällige Übertretungen werden dem Regionalforstingenieur und dem Eigentümer schriftlich gemeldet.  

 

Achtung!

Isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken sowie Alleen sind teilweise durch das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wild lebender Säugetiere und Vögel sowie durch das Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz geschützt! In diesem Fällen ist vor der Ausführung jeglicher Massnahme die Kontaktnahme mit der Wildhut beziehungsweise dem kantonalen Amt für Natur und Umwelt erforderlich.

Auch ist die kommunale Nutzungsplanung respektive Baugesetzgebung zu beachten!

joomla template 1.6
template joomla