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Schutzzonenreglement für die Quellen

der Wasserversorgung Sufers

Entwurf, 22. November 2010


I.                Allgemeine Bestimmungen. 2

Art. 1         Zweck, Geltungsbereich. 2

Art. 2         Zuständigkeit2

Art. 3         Definitionen. 2

II.              Bestimmungen für die Zone S3. 3

1.                Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung, Düngung, Anwendung umweltgefährdender Stoffe. 3

Art. 4         Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung  3

Art. 5         Lagern und Ausbringen von Dünger3

Art. 6         Verwendung von Pflanzen- und Holzschutzmitteln  3

2.                Bauten und Anlagen. 4

Art. 7         Industrielle oder gewerbliche Hochbauten und andere Anlagen  4

Art. 8         Abwasseranlagen. 4

Art. 9         Verkehrsanlagen. 4

Art. 10      Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten  4

Art. 11      Terrainveränderungen, Materialablagerungen, Deponien und Friedhöfe  5

III.            Bestimmungen für die Zone S2. 5

Art. 12      Grundsatz. 5

1.                Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung, Düngung, Anwendung umweltgefährdender Stoffe. 5

Art. 13      Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung des Bodens  5

Art. 14      Lagern und Ausbringen von Dünger5

Art. 15      Verwenden von Pflanzen- und Holzschutzmitteln  5

2.                Bauten und Anlagen. 5

Art. 16      Bauten und Anlagen. 5

Art. 17      Abwasseranlagen. 6

Art. 18      Verkehrsanlagen. 6

Art. 19      Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten  6

IV.            Bestimmungen für die Zone S1. 6

Art. 20      Nutzungen. 6

V.              Schutzmassnahmen beim Ausführen von Bauten  7

Art. 21      Ausführung von Bauten. 7

VI.            Strafbestimmungen. 7

Art. 22      Übertretungen. 7

VII.          Schlussbestimmungen. 8

Art. 23      Übergangsbestimmungen für bestehende Nutzungen  8

Art. 24      Übergangsbestimmungen für bestehende Bauten und Anlagen  8

Art. 25      Grundbuchanmerkungen. 8

Art. 26      Entschädigungen. 8

Art. 27      Inkrafttreten. 8

VIII.        Genehmigung. 9

Anhang 1:       Rechtliche Grundlagen. 10

Grundlagen Bund. 10

Grundlagen Kanton. 10

Ergänzende Richtlinien, Wegleitungen, Merkblätter10

Anhang 2:       Übergangsbestimmungen. 11

Bestimmungen für die Zone S3. 11

Bestimmungen für die Zone S2. 11

Bestimmungen für die Zone S1. 12

Anhang 3:       Planausschnitt 1:5000. 12



Gestützt auf Art. 20 des Bundesgesetzes über den Schutz der Gewässer (Gewässerschutzgesetz, GSCG) vom 24. Januar 1991 sowie Art. 24 des Einführungsgesetzes zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (Kantonales Gewässerschutzgesetz, KGSCG) vom 8. Juni 1997 erlässt der Vorstand der Gemeinde Sufers folgendes Schutzzonenreglement:

  1. Allgemeine Bestimmungen

         Art. 1     Zweck, Geltungsbereich

Dieses Reglement legt die zum Schutze des genutzten Grundwassers erforderlichen Nutzungsbeschränkungen und Schutzmassnahmen fest.

Die Schutzbestimmungen gelten für die im Schutzzonenplan Massstab 1:2000 bezeichneten Gebiete.

         Art. 2     Zuständigkeit

Zuständig für den Vollzug des Reglements ist der Gemeindevorstand Sufers.

In Zweifels- oder Streitfällen entscheidet der Gemeindevorstand Sufers über die Zulässigkeit von Bauten, Anlagen und Nutzungen sowie die zu treffenden Schutzmassnahmen nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt.

Die Erstellung und die Änderung von Bauten und Anlagen sowie Grabungen, Erdbewegungen und ähnliche Arbeiten dürfen in den Schutzzonen nur gestützt auf eine gewässerschutzrechtliche Bewilligung des Amtes für Natur und Umwelt vorgenommen werden.

         Art. 3     Definitionen

Die Grundwasserschutzzone (Zone S) umfasst folgende Teilbereiche:

  • FassungsbereichZone S1
  • engere SchutzzoneZone S2
  • weitere SchutzzoneZone S3

Die Zone S1 soll sicherstellen, dass keinerlei wassergefährdende Stoffe direkt in die Fassung gelangen können.

Die Zone S2 soll gewährleisten, dass durch die biologischen, chemischen und physikalischen Reinigungsprozesse im Untergrund das Grundwasser soweit gereinigt wird, dass es den Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung an ein einwandfreies Trinkwasser genügt.

Die Zone S3 soll gewährleisten, dass ins Grundwasser gelangende, nicht oder schwer abbaubare, wassergefährdende Stoffe soweit verdünnt werden, dass ihre Konzentration auf ein unbedenkliches Mass reduziert wird und/oder aufgrund des längeren Aufenthalts auf ein unbedenkliches Mass abgebaut werden können. Sie ist eine eigentliche Pufferzone zwischen der Zone S2 und dem umgebenden Grundwasser.

       II.   Bestimmungen für die Zone S3

            1.    Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung, Düngung, Anwendung umweltgefährdender Stoffe

         Art. 4     Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung

Zulässig ist die land-, die forstwirtschaftliche sowie die gartenbauliche Nutzung des Bodens, soweit sie nicht durch die folgenden Bestimmungen eingeschränkt werden.

Durch die Wahl der Kulturen und die Wahl angepasster Bewirtschaftungsmethoden muss sichergestellt sein, dass jederzeit ein möglichst grosser Anteil des Bodens bewachsen ist.

Liegt der Grundwasserspiegel hoch oder tritt oberirdisch Wasser aus (Vernässungen, Sumpfgebiete), müssen diese Gebiete während der Bewirtschaftungsperiode eingezäunt werden. Weidegang ist in diesen Gebieten nicht zulässig.

Holzlagerplätze sind zulässig. Soll das gelagerte Holz mit Holzschutzmittel behandelt werden, so muss mit baulichen Massnahmen das Versickern und Abschwemmen der Mittel verhindert werden.

         Art. 5     Lagern und Ausbringen von Dünger

Güllengruben und Miststöcke (auf Mistplatte oder direkt über Güllengrube) sind nur in oder neben Ställen gestattet. Die Dichtheit der Behälter muss alle 5 Jahre überprüft werden. Die Prüfprotokolle sind im Anschluss an die Prüfung unaufgefordert der Gemeinde abzuliefern.

Mist-Zwischenlagerungen auf dem Feld (auf ungeschütztem Naturboden) sowie Kompostmieten sind nicht zulässig.

Für gedüngte Parzellen muss ein dem Standort angepasster Düngungsplan gemäss den Richtlinien „Grundlagen für die Düngung im Acker- und Futterbau" erstellt und dementsprechend gedüngt werden (Auskünfte erteilen die Berater des landwirtschaftlichen Beratungsdienstes). Düngergaben ausserhalb der Wachstumsperiode der Pflanzen sind nicht zulässig. Eine Kopie der Düngungspläne muss unaufgefordert der Gemeinde abgeliefert werden.

Flüssige Hofdünger dürfen nur ausgebracht werden, wenn das oberflächliche Abfliessen zur Fassung hin ausgeschlossen ist.

In Gebieten, in welchen der Grundwasserspiegel hoch liegt oder in welchen zeitweise oberirdisch Wasser austritt (z.B. Sumpfgebiete, vernässte Stellen), ist Düngung nicht erlaubt.

         Art. 6     Verwendung von Pflanzen- und Holzschutzmitteln

Für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln gilt die Pflanzenmittelschutz­verordnung.

Die Verwendung von Holzschutzmitteln und die Lagerung von damit behandeltem Holz ist nur mit baulichen Massnahmen gegen das Versichern und das Abschwemmen zulässig.

            2.    Bauten und Anlagen

         Art. 7     Industrielle oder gewerbliche Hochbauten und andere Anlagen

Industrielle oder gewerbliche Hochbauten und Anlagen über Terrain, von denen eine Gefahr für das Grundwasser ausgeht, sind nicht zulässig.         

Einbauten, die das Speichervolumen oder den Durchflussquerschnitt des Grundwasserleiters verringern, sind nicht zulässig.

Der Gemeindevorstand entscheidet nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt, ob andere Anlagen (wie Seilbahnen, Beschneiungsanlagen, usw.) zulässig sind und welche Massnahmen zum Schutz des Grundwassers getroffen werden müssen.

         Art. 8     Abwasseranlagen

Abwasseranlagen aller Art (Stapelbehälter, Rohrleitungen inkl. Hausanschlüsse, Kontrollschächte usw.) sind dicht auszuführen, d.h. so, dass Abwasser unter keinen Umständen austreten und versickern kann. Die Anlagen sind unmittelbar nach der Erstellung sowie regelmässig alle 5 Jahre, auf ihre Dichtheit zu prüfen. Die Prüfprotokolle sind im Anschluss an die Prüfung unaufgefordert der Gemeinde abzuliefern.

Verschmutzte Abwässer dürfen nicht versickert werden. Ausgenommen ist die Versickerung von nicht verschmutztem Dachwasser über eine bewachsene Bodenschicht.

         Art. 9     Verkehrsanlagen

Strassen, Plätze, Parkplätze sowie land- und forstwirtschaftliche Wege, welche dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen stehen, sind mit einem dichten Belag so zu bauen, dass alles anfallende Strassenabwasser gesammelt und aus dem Gebiet der Schutzzone abgeleitet wird. Die Entwässerung darf nicht über die Schulter erfolgen.

Bei land- und forstwirtschaftlichen Wegen, welche dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr nicht offen stehen und welche über keine dichte Oberfläche verfügen, soll das anfallende Strassenabwasser nur verzögert in den Untergrund eindringen können, so dass bei Unfällen mit wassergefährdenden Flüssigkeiten genügend Zeit zum Ergreifen von Massnahmen bleibt.

       Art. 10     Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten

Zulässig sind folgende Betriebsanlagen und Anlagen zur Lagerung von wasser- gefährdenden Flüssigkeiten

  • Gebinde mit einem Gesamtnutzvolumen von maximal 450 l je Schutzbauwerk;
  • freistehende Lagerbehälter bis zu einem Gesamtnutzvolumen von 30 m³ je Schutzbauwerk, sofern sie nur Heiz- und Dieselöl zur Energieversorgung des Gebäudes oder Betriebs des Inhabers für höchstens zwei Jahre enthalten, sowie die dazugehörigen freistehenden Rohrleitungen und Abfüllstellen;
  • Betriebsanlagen mit Flüssigkeiten bis 2000 l Nutzvolumen.

Für alle Anlagen sind Schutzmassnahmen erforderlich, die gewährleisten, dass Flüssigkeitsverluste leicht erkannt und auslaufende Flüssigkeiten zurückgehalten werden.

       Art. 11     Terrainveränderungen, Materialablagerungen, Deponien und Friedhöfe

Terrainveränderungen, für welche eine zeitweise Entfernung des Oberbodens erforderlich ist, sind nicht zulässig, ausser sie führen zu einer Verbesserung des Schutzes des Grundwassers.    

Materialablagerungen, Deponien und Friedhöfe sind nicht zulässig.

     III.   Bestimmungen für die Zone S2

       Art. 12     Grundsatz

In der Zone S2 gelten die Vorschriften für die Zone S3, soweit sie nicht durch die nachfolgenden Bestimmungen verschärft sind.

            1.    Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung, Düngung, Anwendung umweltgefährdender Stoffe

       Art. 13     Land- und forstwirtschaftliche sowie gartenbauliche Nutzung des Bodens

Nicht zulässig sind land- und forstwirtschaftliche Intensivkulturen sowie Kleingärten.

       Art. 14     Lagern und Ausbringen von Dünger

Güllengruben und Miststöcke sind nicht zulässig.

Das Ausbringen von flüssigen Hofdüngern ist nicht zulässig.

       Art. 15     Verwenden von Pflanzen- und Holzschutzmitteln

Das Anwenden von chemischen Pflanzenschutz- und Holzschutzmitteln ist nicht zulässig.         

Auf Holzlagerplätzen dürfen keine Holzschutzmittel irgendwelcher Art eingesetzt werden.

            2.    Bauten und Anlagen

       Art. 16     Bauten und Anlagen

Neue Bauten und Anlagen sind nicht zulässig.

In bestehenden Bauzonen kann der Gemeindevorstand derartige Bauten und Anlagen (inkl. der notwendigen Abwasseranlagen) nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt bewilligen, wenn nachgewiesen ist, dass vom Bau und Betrieb der Baute oder Anlage keine Gefährdung des Grundwassers ausgehen kann.

       Art. 17     Abwasseranlagen

Abwasseranlagen aller Art sind nicht zulässig ausser sie seien zum Schutze des Grundwassers notwendig.

Lässt sich die Linienführung von Abwasserleitungen durch die Zone S2 nachweislich aus gefällstechnischen Gründen nicht vermeiden, so kann der Gemeindevorstand nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt solche Leitungen ausnahmsweise bewilligen. In diesen Fällen sind Schutzmassnahmen zu treffen, die Leckverluste sofort erkennen lassen und austretende Flüssigkeiten zurückhalten (z.B. Leitungstunnel, Doppelrohre, doppelwandige Rohre).

       Art. 18     Verkehrsanlagen

Verkehrsanlagen, welche dem allgemeinen Motorfahrzeugverkehr offen stehen, sind in der Zone S2 nicht zulässig. Lässt sich die Führung einer Strasse durch die S2 nachweislich nicht vermeiden, so sind gemäss den Richtlinien betreffend Gewässerschutzmassnahmen beim Strassenbau alle Vorkehrungen zu treffen, welche die Möglichkeit einer Verunreinigung des Grundwassers ausschliessen.

Landwirtschaftliche Flur- und Forststrassen sind zulässig, sofern sie ausschliesslich dem Anliegerverkehr für Land- und Forstwirtschaft sowie den Belangen der Trinkwasserversorgung dienen.

Das Abstellen von Motorfahrzeugen ist nur auf bewachsenem Boden und während der Anwesenheit der Bewohner und ihrer Gäste erlaubt.

       Art. 19     Anlagen zur Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten

Zulässig sind nur freistehende Lagerbehälter mit Flüssigkeiten der Klasse 2, welche ausschliesslich der Wasseraufbereitung dienen, sowie die dazu gehörigen freistehenden Rohrleitungen und Abfüllstellen.     

      IV.   Bestimmungen für die Zone S1

       Art. 20     Nutzungen

In der Zone S1 sind nur Nutzungen, Bauten und Anlagen zulässig, die der Wassergewinnung dienen.

Zulässig ist die Nutzung als ungedüngte Wiese ohne Beweidung mit Grasschnitt (allenfalls Liegenlassen des gemähten Grases).

        V.   Schutzmassnahmen beim Ausführen von Bauten

       Art. 21     Ausführung von Bauten

Bei Bauarbeiten in den Schutzzonen müssen u.a. folgende Auflagen in die Bau­bewilligung aufgenommen werden:

  • Die Abwässer aus Baulatrinen müssen gestapelt und auf der nächstgelegenen geeigneten Kläranlage entsorgt werden.
  • Plätze für Betonmisch- oder Betonumschlaganlagen sind so zu entwässern, dass kein Abwasser versickern kann.
  • Baumaschinen sind abends und wochentags abseits der Baugrube abzustellen. Das Reinigen, Reparieren und Auftanken der Maschinen und Fahrzeuge darf nur auf einem geschützten Platz erfolgen.
  • Alle wassergefährdenden Stoffe dürfen innerhalb der Schutzzone nur in Wannen mit 100% Auffangvolumen gelagert werden.
  • Das Umschlagen von wassergefährdenden Stoffen (Öle, Treibstoffe, Reinigungsmittel, usw.) muss auf einem geschützten Platz stattfinden (z.B. Betonwanne, dichter überdeckter Platz).
  • Auf der Baustelle ist eine der gelagerten Ölmenge entsprechende Menge Ölbindemittel zu lagern.
  • In der Schutzzone S1 und S2 dürfen Spundwände und Schalungsmaterial nur mit biologisch leicht abbaubaren Schmierstoffen verwendet werden.
  • Bauabfälle jeglicher Art (fest und flüssig) müssen abtransportiert und gesetzeskonform entsorgt werden.

      VI.   Strafbestimmungen

       Art. 22     Übertretungen

Vorsätzliche und fahrlässige Widerhandlungen gegen dieses Reglement sowie gegen die gestützt darauf erlassenen Verfügungen werden, soweit sie nicht unter die Gesetzgebung des Bundes oder des Kantons fallen, mit Busse bis 5000 Franken bestraft. Handelt der Täter aus Gewinnsucht, kann das Höchstmass der Busse überschritten werden.

Zuständig für Verfolgung und Beurteilung von Widerhandlungen ist der Gemeindevorstand.

Eine Übertretung verjährt in einem Jahr, die Strafe einer Übertretung in zwei Jahren.

Die Art. 6 und 7 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsstrafrechts gelten sinngemäss für Widerhandlungen gegen dieses Reglement.

    VII.   Schlussbestimmungen

       Art. 23     Übergangsbestimmungen für bestehende Nutzungen

Bestehende land- und forstwirtschaftliche Nutzungen, welche nicht den Bestimmungen entsprechen, sind innerhalb einer Vegetationsperiode nach Erlass des Reglements aufzugeben. In begründeten Härtefällen kann der Gemeindevorstand nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt allenfalls unter Auflagen eine angepasste Übergangsfrist ansetzen.

       Art. 24     Übergangsbestimmungen für bestehende Bauten und Anlagen

Bestehende Bauten und Anlagen sind bei der nächsten sich bietenden Möglichkeit, in der Regel beim nächsten Umbau, spätestens jedoch innerhalb von fünf Jahren nach Erlass des Schutzzonenreglements soweit zu sanieren, dass sie keine Gefährdung des Grundwassers darstellen. Der Gemeindevorstand entscheidet über die zu treffenden Massnahmen nach Anhören des Amtes für Natur und Umwelt.

       Art. 25     Grundbuchanmerkungen

Die Eigentumsbeschränkungen nach dem vorliegenden Reglement sind im Grundbuch anzumerken. Das Grundbuchamt Hinterrhein in Andeer wird beauftragt und ermächtigt, auf den entsprechenden Grundbuchblättern unter dem Stichwort „öffentliche Schutzzone der Quellen Sufers" diese Eigentumsbeschränkungen anzumerken.

Folgende Parzellen sind davon ganz oder teilweise betroffen: 200, 205-208, 210-212, 244, 252, 253, 324

Dem Grundbuchamt Hinterrhein in Andeer wird ein von der Regierung genehmigter Schutzzonenplan samt zugehörigem Schutzzonenreglement abgegeben.

Dieses Reglement wird den betroffenen Grundeigentümern ausgehändigt. Diese sind verpflichtet, allfällige Pächter über die mit der Schutzzonenausscheidung verbundenen Nutzungsbeschränkungen und die zu treffenden Massnahmen zu informieren.

       Art. 26     Entschädigungen

Allfällige Entschädigungsansprüche von betroffenen Grundeigentümern, werden Entschädigungen nach Art. 98 Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden beurteilt.

       Art. 27     Inkrafttreten

Dieses Reglement und der zugehörige Schutzzonenplan treten nach der Genehmigung durch die Regierung des Kantons Graubünden in Kraft.

  VIII.   Genehmigung

Öffentliche Auflage vom: 25. November 2010               bis:          25. Dezember 2010

Vom Vorstand der Gemeinde Sufers erlassen am:               ........................................................

Der Gemeindepräsident Rolf Gloor:                                     ........................................................

Die Gemeindeschreiberin Daniela Fravi:                              ........................................................

Von der Regierung des Kantons Graubünden genehmigt am:


Anhang 1:   Rechtliche Grundlagen

Grundlagen Bund

  • SR 814.81 Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV; Verordnung zur Re­du­ktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV), vom 18.05.2005.
  • SR 814.20 Gewässerschutzgesetz (GSchG; Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer), vom 24.01.1991.
  • SR 814.201 Gewässerschutzverordnung (GSchV), vom 28.10.1998.
  • SR 916.161 Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV; Verordnung über das Inverkehr­brin­gen von Pflanzenschutzmitteln) vom 18.05.2005.
  • SR 921.01 Waldverordnung (WaV), vom 30.11.1992.

Grundlagen Kanton

  • BR 815.100 Kantonales Gewässerschutzgesetz (KGSchG; Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer), vom 8.6.1997.
  • BR 801.100 Raumplanungsgesetz für den Kanton Graubünden, vom 6.12.2004.

Ergänzende Richtlinien, Wegleitungen, Merkblätter

  • Wegleitung Grundwasserschutz (2004); Vollzug Umwelt, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL; heute BAFU), Bern.
  • Wegleitung für den Gewässerschutz in der Landwirtschaft (Bereich Hofdünger); Juli 1994. Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL; heute BAFU), Mitt. zum Gewässerschutz, 15.
  • Wegleitung zur Wärmenutzung aus Wasser und Boden (4.1982). Bundesamt für Umweltschutz (heute: BAFU).
  • Dichtheitsprüfungen an Abwasseranlagen, Richtlinie (Ausgabe 2002); Verband Schwei­zer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), Zürich.
  • Erläuterungen über Düngung und Umwelt, Vorschriften und Empfehlungen des Bundes (8.1996), Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/BAFU).
  • Gewässerschutz bei der Entwässerung von Verkehrswegen (2002). Wegleitung; Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL/BAFU).
  • Grundlagen für die Düngung im Acker- und Futterbau (2001); Eidg. landwirtschaftl. Forschungsanstalten; Vertrieb: Landwirtschaftliche Beratungszentrale (LBL), 8315 Lindau.
  • Pflanzenschutzmittelverzeichnis (2003); Bundesamt für Landwirtschaft, 3003 Bern.
  • SIA-Norm 190, Kanalisation; Ausgabe 2000. Schweiz. Ing. Arch.-Verein, Zürich.
  • Unterhalt von Kanalisationen, Richtlinie für den Unterhalt von Leitungen und Anlagen der Kanalisation und der Grundstückentwässerung (Ausgabe 1992, mit Nachträgen). Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA), Zürich.


Anhang 2:    Übergangsbestimmungen

Bestimmungen für bestehen­de Bauten und Anlagen sowie landwirtschaftliche Nutzung.

Bestimmungen für die Zone S3

Objekt Parzelle Massnahme Umsetzung Termine Kontrolle
Bestehende Flurwege 211

Fahrverbot für Motorfahrzeuge (land- und forstwirtschaftlicher Verkehr sowie Zubringerdienst gestattet).

Anbringen eines Verkehrssignal „Wasserschutzgebiet“

Gemeinde Innert Jahresfrist Gemeinde
Landwirtschaftliche Nutzung

200, 206, 207, 208,

212, 252, 253, 324

Düngungsplan gemäss Art. 5 des Schutzzonenreglements erstellen. Eigentümer (Pächter) Innert Jahresfrist Gemeinde

Bestimmungen für die Zone S2

Objekt Parzelle Massnahme Umsetzung Termine Kontrolle
Schmutzwasser­leitungen und Schmutzwasser­anlagen 206, 210, 212, 252 Dichtigkeitsprüfung alle 5 Jahre. Mangelhafte Leitungen und Anlagen sind unverzüglich zu sanieren und doppelwandig auszuführen. Eigentümer Innert Jahresfrist Gemeinde
Versickerungen von gereinigtem Abwasser

206, 252

212

Stilllegung der Anlagen, respektive geeignete Massnahmen mit ANU und Gemeinde erarbeiten Eigentümer Innert Jahresfrist Gemeinde
Bestehende Flurwege 211

Fahrverbot für Motorfahrzeuge (land- und forstwirtschaftlicher verkehr sowie Zubringerdienst gestattet).

Anbringen eines Verkehrssignal „Wasserschutzgebiet“

Gemeinde Innert Jahresfrist Gemeinde
Landwirtschaftliche Nutzung 206, 207, 208, 212, 252, 253, 324 Das Ausbringen von flüssigem Hofdünger ist nicht zulässig Eigentümer (Pächter) Ab sofort Gemeinde

 


Bestimmungen für die Zone S1

Objekt Parzelle Massnahme Umsetzung Termine Kontrolle
Quellfassung 206, 252, 324 Markierung der Schutzzonen S1, wenn keine Beweidung stattfindet. Bei Beweidung: Einzäunung der Schutzzonen S1. Wasserversorgung Innert Jahresfrist Gemeinde
Brunnenstuben 206, 252, 324 Instruktion Feuerwehr für Quellableitung im Notfall Wasserversorgung Innert Jahresfrist Gemeinde

Anhang 3:   Planausschnitt 1:5000

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