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Baugesetz der Gemeinde Sufers

Gültig ab 20. Oktober 1986, revidiert am 28. November 1988 und 12. Juli 1994


I.              Allgemeines. 2

Art. 1         Geltungsbereich. 2

Art. 2         Zuständigkeit2

Art. 3         Ausnahmebewilligung. 2

Art. 4         Hofstattrecht2

Art. 5         Bausperre. 2

II.             Planung. 3

Art. 6         Planungsmittel3

Art. 7         Verfahren. 3

Art. 8         Zonenplan. 3

Art. 8bis     Genereller Gestaltungsplan 3

Art. 9         Dorfkernzone. 4

Art. 10       Wohnzone. 4

Art. 11       Gestaltungspläne Hofstatt und Nidelboden 4

Art. 12       Gewerbezone. 4

Art. 13       Gemischte Zone. 5

Art. 13bis   Zone für öffentliche Bauten und Anlagen 5

Art. 14       Landwirtschaftszone. 5

Art. 15       Forstwirtschaftszone. 6

Art. 16       Freihaltezone. 6

Art. 17       Übriges Gemeindegebiet 6

Art. 18       Landschaftsschutzzone. 6

Art. 19       Ruhezone. 6

Art. 20       Gefahrenzone I und II. 6

III.           Besondere Bauvorschriften. 7

Art. 21       Grenz- und Gebäudeabstände. 7

Art. 22       Grenzbaurecht7

Art. 23       Waldabstände. 7

Art. 24       Gebäudelängen. 7

Art. 25       Gebäude- und Firsthöhe. 7

Art. 26       Dachgestaltung. 8

IV.           Gestaltung, Landschaftsschutz. 8

Art. 27       Gestaltung und Einordnung. 8

Art. 28       Terraingestaltung. 8

Art. 29       Reklamen und Antennen. 8

Art. 30       Lagerplätze und Gruben. 9

Art. 31       Campieren. 9

V.             Bau- und Niveaulinien. 9

Art. 32       Baulinien. 9

Art. 33       Bestehende Gebäude. 9

Art. 34       Niveaulinien. 9

Art. 35       Verfahren. 9

VI.           Quartierpläne. 10

Art. 36       Quartiererschliessungspläne. 10

Art. 37       Baulandumlegung. 10

Art. 38       Neuzuteilungen und Gemeinschaftsanlagen  10

Art. 39       Quartiergestaltungspläne. 10

Art. 40       Verfahren. 11

Art. 41       Kosten. 11

VII.          Allgemeine Bauvorschriften. 11

Art. 42       Konstruktion. 11

Art. 43       Unterhalt11

Art. 44       Emissionen 11

Art. 44bis   Lärmschutz 12

Art. 45       Immissionen von landwirtschaftlichen Bauten und Anlagen  12

Art. 46       Öffentlicher Grund. 12

Art. 47       Benützung des Privateigentums für öffentliche Zwecke  13

Art. 48       Einfriedungen, Böschungen, Stützmauern  13

VIII.        Erschliessung. 13

Art. 49       Baureife, Erschliessungspflicht13

Art. 50       Zu- und Ausfahrten. 13

Art. 51       Parkierung, Garagen. 14

IX.           Bewilligungsverfahren. 14

Art. 52       Bewilligungspflicht14

Art. 53       Unterlagen zu Baugesuch. 15

Art. 54       Bauprofil16

Art. 55       Planauflage. 16

Art. 56       Vereinfachtes Verfahren. 16

Art. 57       Baubescheid. 16

Art. 58       Baubeginn und Baufristen. 16

Art. 59       Baukontrolle und Bauabnahme. 17

Art. 60       Projektänderung. 17

Art. 61       Gebühren. 17

Art. 62       Bauberatung. 17

X.             Verantwortlichkeit17

Art. 63       Verantwortlichkeit17

Art. 64       Strafbestimmungen. 17

Art. 65       Wiederherstellung des gesetzmässigen Zustandes  18

XI.           Übergangsbestimmung. 18

Art. 66       Inkrafttreten. 18



        I.   Allgemeines

         Art. 1     Geltungsbereich

Das vorliegende Baugesetz gilt für das ganze Gebiet der Gemeinde Sufers.

Es ist auf sämtliche bewilligungspflichtigen Bauten und Massnahmen gemäss Art. 52 anwendbar.

         Art. 2     Zuständigkeit

Der Vollzug des Baugesetzes obliegt dem Gemeindevorstand.

         Art. 3     Ausnahmebewilligung

Liegen ausserordentliche Verhältnisse vor und bedeutet die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen eine unverhältnismässige Härte, so kann der Gemeindevorstand Ausnahmen von einzelnen Vorschriften gewähren, wenn dadurch keine öffentlichen oder begründete private Interessen verletzt werden.

Ein Anspruch auf Gewährung von Ausnahmen besteht nicht. Ausnahmebewilligungen können an Bedingungen und Auflagen geknüpft werden.

         Art. 4     Hofstattrecht

Bauten, die zerstört oder abgebrochen werden, dürfen binnen drei Jahren ohne Rücksicht auf die Vorschriften über Grenz-, Gebäudeabstände und Gebäudehöhe im bisherigen Umfang wieder hergestellt werden, wobei innerhalb der Bauzonen auch eine Zweckänderung zulässig ist.

Bau- und Niveaulinien sind einzuhalten.

Bei Abbruch von Bauten kann sich der Eigentümer nur dann auf das Hofstattrecht berufen, wenn die Gebäudemasse des Altbaues vor dem Abbruch im Einverständnis mit der Gemeinde durch Pläne festgehalten werden. Bei Zerstörung ist der Grundeigentümer für den Umfang des Altbaues beweispflichtig.

Für Bauten ausserhalb der Bauzone bleibt das übergeordnete Recht vorbehalten.

         Art. 5     Bausperre

Der Gemeindevorstand kann eine generelle oder auf Teilgebiete beschränkte Bausperre für die Dauer von höchstens einem Jahr erlassen:

  1. bei Erlass oder Abänderungen von Baulinien oder Quartierplänen;
  2. bei Revision des Baugesetzes oder des Zonenplanes;
  3. bei Erlass oder Revision des generellen Erschliessungsplanes und des generellen Gestaltungsplanes.

Die Bausperre ist im Kantons- und Bezirksamtsblatt bekannt zugeben.

Während der Bausperre dürfen keine Neubauten oder baulichen Veränderungen bewilligt werden, die den vorgesehenen neuen Vorschriften widersprechen oder die Ausführung der Pläne beeinträchtigen könnten.

Eine Verlängerung der Bausperre mit Zustimmung des zuständigen kantonalen Departements bleibt vorbehalten.

       II.   Planung

         Art. 6     Planungsmittel

Die Gemeinde erlässt folgende Pläne:

  1. Zonenplan (mit generellem Gestaltungsplan)
  2. genereller Erschliessungsplan
  3. Richtplan

Der Richtplan wird durch den Gemeindevorstand, die übrigen Pläne werden durch die Gemeindeversammlung erlassen.

         Art. 7     Verfahren

Der Zonenplan und der generelle Erschliessungsplan oder ihre Abänderung werden während 20 Tagen öffentlich aufgelegt. Die Interessierten können sich während dieser Frist schriftlich dazu äussern. Bevor die Pläne der Gemeindeversammlung vorgelegt werden, nimmt der Gemeindevorstand zu den Eingaben Stellung.

         Art. 8     Zonenplan

Das Gemeindegebiet wird in folgende Zonen eingeteilt, die in den Zonenplänen 1:10'000 und 1:1000 dargestellt sind:

  1. Grundnutzung: Dorfkernzone, Wohnzone, Gewerbezone, Gemischte Zone, Landwirtschaftszone, Forstwirtschaftszone, Freihaltezone, Übriges Gemein­de­gebiet
  2. Überlagerte Zonen: Landwirtschaftsschutzzone, Ruhezone, Gefahrenzone I und II

Die Vorschriften der überlagerten Zonen gelten neben jenen der Grundnutzung.

    Art. 8bis     Genereller Gestaltungsplan [2]

Im Gebiet von Hofstatt und Nidelboden gelten neben den Zonenvorschriften die besonderen Bestimmungen der Gestaltungspläne.

       Art. 12     Gewerbezone

Die Gewerbezone ist für gewerbliche Bauten bestimmt. Wohnungen sind nur zulässig, soweit sie den Wohnbedürfnissen des Betriebsinhabers und seiner Hilfskräfte dienen. [4]

       Art. 13     Gemischte Zone

Die gemischte Zone (Verkehrszone) ist für gewerbliche und gastgewerbliche Betriebe bestimmt. Wohnungen sind nur zulässig, soweit sie den Wohnbedürfnissen des Betriebsinhabers und seiner Hilfskräfte dienen, und mit den Betriebsgebäuden eine bauliche Einheit bilden. [6]

Die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ist für öffentliche oder öffentlichen Interessen dienende Bauten und Anlagen bestimmt.

Gegenüber angrenzenden Zonen gelten sinngemäss deren Grenz- und Gebäudeabstände, mindestens aber von 2.50 m beziehungsweise 5 m. Die übrigen Zonenvorschriften der angrenzenden Zonen sind bei der Erstellung von Bauten und Anlagen angemessen zu berücksichtigen.

Es sind nur nicht störende Betriebe zulässig.

       Art. 14     Landwirtschaftszone

Die Landwirtschaftszone umfasst Gebiete, die der landwirtschaftlichen Nutzung zu erhalten sind.

Es sind nur Bauten zulässig, die der landwirtschaftlichen Nutzung des Bodens, den Wohnbedürfnissen der bäuerlichen Bevölkerung und ihrer Hilfskräfte oder der Sicherung der bäuerlichen Existenz dienen.

       Art. 15     Forstwirtschaftszone

In der Forstwirtschaftszone dürfen nur Bauten errichtet werden, die der forstwirtschaftlichen Nutzung dienen. Mit Zustimmung der Forstorgane sind auch andere standortgebundene Gebäude zulässig.

       Art. 16     Freihaltezone

In der Freihaltezone dürfen keine Hochbauten errichtet werden.

  1. 17Übriges Gemeindegebiet wenn an eine bestehende Brandmauer angebaut wird;

    b)wenn die beiden Häuser gleichzeitig erstellt werden;

    c)wenn bei einseitigem Grenzbau der Eigentümer eines benachbarten unüberbauten Grundstückes sich verpflichtet, bei einer Überbauung seiner Parzelle an die Brandmauer anzubauen. Diese Verpflichtung ist im Grundbuch anzumerken.

    Art. 23Waldabstände

    Vom Hochwald ist innerhalb der Bauzonen ein Gebäudeabstand von 10 m, ausserhalb der Bauzonen ein solcher von 20 m einzuhalten.

       Art. 24     Gebäudelängen

Als Gebäudelänge gilt die längere, als Gebäudetiefe die kürzere Seite des kleinsten das Gebäude begrenzenden Rechtecks. Nebenbauten gemäss Art. 21 Abs. 4 fallen für die Berechnung der Gebäudelänge ausser Betracht.

       Art. 25     Gebäude- und Firsthöhe

Die Gebäudehöhe wird vom gewachsenen Boden bis zum Schnittpunkt mit der Dachhaut gemessen und ist bei sämtlichen äusseren Gebäudeecken einzuhalten.

Als Firsthöhe gilt der grösste senkrecht gemessene Abstand zwischen dem gewachsenen Boden und dem höchsten Punkt eines geneigten Daches.

Bei gegliederten Bauten wird die Gebäude- und Firsthöhe für jeden Baukörper ermittelt.

Bei Abgrabung von mehr als einem Drittel der Fassadenlänge wird vom neuen Geländeverlauf aus gemessen.

       Art. 26     Dachgestaltung

Es sind nur Giebeldächer mit einer Neigung von 21° bis 26° zulässig. Sie sind in der ortsüblichen Pfettenkonstruktion und mit den entsprechenden Vordächern auszubilden. An der Fassade herabgezogene Vordächer sind unzulässig.

Die Dächer sind mit Tonziegel oder Material von steingrauer oder dunkler Farbe einzudecken.

Bei Nebenbauten können auch Flachdächer bewilligt werden.

      IV.   Gestaltung, Landschaftsschutz

       Art. 27     Gestaltung und Einordnung

Bauten und Bauteile aller Art mit Einschluss von Reklamen und Bemalungen sind so zu gestalten, dass sie sich in das Orts- und Landschaftsbild gut einordnen.

Mehr als zwei in Form Gestaltung gleichartige Bauten im gleichen Gebiet dürfen nur aufgrund von Quartiergestaltungsplänen erstellt werden, wobei eine schematische Bauweise zu vermeiden ist.

Der Gemeindevorstand kann Baubewilligungen mit Auflagen in Bezug auf die Gestaltung der Umgebung und Bepflanzung verbinden.

       Art. 28     Terraingestaltung

Veränderungen des bestehenden Terrainverlaufes, Mauern, Gruben usw. sind nur zulässig, soweit sie das Orts- und Landschaftsbild nicht beeinträchtigen.

Unumgängliche Abgrabungen und Aufschüttungen sind nach Abschluss der Arbeiten zu begrünen oder mit einheimischen Bäumen oder Sträuchern zu bepflanzen. Der Gemeindevorstand kann Wiederherstellungspläne verlangen.

       Art. 29     Reklamen und Antennen

Plakate dürfen nur an den von der Gemeinde bezeichneten Plakatwänden angebracht werden. Andere Reklamen mit Ausnahme von Hinweistafeln für ortsansässige Betriebe sind nur an Geschäftshäusern für die dort hergestellten oder angebotenen Produkte oder Dienstleistungen zulässig. Sie sind so zu gestalten, dass sie das Orts- und Landschaftsbild und die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen.

Im Bereich von Kantonsstrassen ist zudem die Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde erforderlich.

Pro Haus ist nur eine Aussenantenne in jener Grösse, die einen einwandfreien Empfang gewährleistet, gestattet.

       Art. 30     Lagerplätze und Gruben

Lagerplätze sowie Sand-, Kies- und Steingruben dürfen nur angelegt und betrieben werden, wenn sie das Orts- und Landwirtschaftsbild nicht beeinträchtigen und keine Unfallgefahr besteht.

       Art. 31     Campieren

Der Gemeindevorstand kann das Aufstellen von Zelten und Wohnwagen zeitlich beschränken und für bestimmte Gebiete gänzlich verbieten.

        V.   Bau- und Niveaulinien

       Art. 32     Baulinien

Für öffentliche und private Strassen sowie längs Gewässern und Waldrändern können Baulinien erlassen werden.

Der vor der Baulinie befindliche Teil eines Grundstückes bleibt Privateigentum, darf jedoch nicht überbaut werden. Einzelne Vorsprünge wie Vordächer, Erker, Balkone usw. dürfen höchstens 1.50 m über die Baulinie hinausragen.

Unterirdische Bauten und Bauteile aller Art mit Einschluss von Öl- und Benzintanks dürfen im Bauliniengebiet nur gegen Revers bewilligt werden.

       Art. 33     Bestehende Gebäude

Wird ein bestehendes, von der Baulinie angeschnittenes Gebäude ganz oder teilweise abgebrochen oder zerstört, so muss der Neubau auf die Baulinie zurückversetzt werden.

       Art. 34     Niveaulinien

Die Niveaulinien dienen dazu, die Grundeigentümer über die Höhenlage projektierter Strassen zu orientieren. Einfahrten, Eingänge usw. sind an die Niveaulinien anzupassen.

       Art. 35     Verfahren

Bau- und Niveaulinien werden während 20 Tagen öffentlich aufgelegt. Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke können während dieser Frist beim Gemeindevorstand schriftlich Einsprache erheben.

Nach Prüfung der Einsprachen entscheidet der Gemeindevorstand über die Genehmigung der Bau- und Niveaulinien.

Er kann nötigenfalls ein Einigungsverfahren durchführen. Der Entscheid wird den Einsprechern schriftlich mitgeteilt.

      VI.   Quartierpläne

       Art. 36     Quartiererschliessungspläne

Der Gemeindevorstand kann von Amtes wegen oder auf Antrag der Grundeigentümer für Teilgebiete Quartiererschliessungspläne erlassen.

Die Quartiererschliessungspläne müssen enthalten:

  1. Baulinien, ev. Niveaulinien und Dimensionierung der Strassen
  2. Linienführung und Dimensionierung der Zuleitungen von Wasser und elektrischem Strom sowie der Kanalisation.

In den Quartiererschliessungsplänen kann verbindlich geregelt werden, wo die Zufahrt und die Leitungen zu den einzelnen Grundstücken anzulegen sind.

       Art. 37     Baulandumlegung

Baulandumlegungen oder Grenzbereinigungen können angeordnet werden:

  1. wenn von neuen öffentlichen Strassen oder Baulinien durchschnittene oder parallel zur Strasse liegende Grundstücke nicht mehr überbaut werden können
  2. wenn einzelne Grundstücke eines neu zu erschliessenden Gebietes nach ihrer Form für eine Überbauung ungeeignet sind
  3. bei der Erstellung von Quartiererschliessungsplänen.

Der Gemeindevorstand ist zur Durchführung der Baulandumlegung verpflichtet, wenn es die Mehrheit der interessierten Grundeigentümer verlangt, denen mehr als die Hälfte des Umlegungsgebietes gehört.

       Art. 38     Neuzuteilungen und Gemeinschaftsanlagen

Die für Gemeinschaftsanlagen beanspruchte Bodenfläche wird von der Gesamtfläche abgezogen und der Rest in der Wiese neu parzelliert, dass jeder Beteiligte eine möglichst dem Wert des alten Besitzstandes entsprechende Neuzuteilungen erhält.

Der für Strasse benötigten Boden kann den beteiligten Grundeigentümer zu Miteigentum zugewiesen werden.

Bei der Neuzuteilung entstehende Wertdifferenzen werden in Geld ausgeglichen.

Der Landabzug für private Quartierstrassen und andere ausschliesslich dem Quartier dienende Gemeinschaftsanlagen erfolgt unentgeltlich.

       Art. 39     Quartiergestaltungspläne

Der Gemeindevorstand kann von Amtes wegen oder auf Antrag der Grundeigentümer Quartiergestaltungspläne erlassen, insbesondere für die Dorfkernzone. Diese Pläne bestimmen im Rahmen der Grundordnung Zahl, Art, Lage und äussere Abmessungen und Nutzung der Gebäude und allfällige weitere Einzelheiten der Gestaltung.

Der Gemeindevorstand kann Ausnahmen in Bezug auf die Bauabstände innerhalb des Quartierplangebietes und die Gebäudelänge bewilligen.

       Art. 40     Verfahren

Der Gemeindevorstand entscheidet über die Einleitung des Quartierplanverfahrens und die Umgrenzung des Quartierplangebietes. Der Entscheid wird publiziert und allen beteiligten Grundeigentümern mitgeteilt. Gegen den Entscheid kann binnen 20 Tagen beim Gemeindevorstand Einsprache erhoben werden.

Nach Rechtskraft des Einleitungsbeschlusses lässt der Gemeindevorstand durch eine fachliche geeignete Stelle den Quartierplan ausarbeiten. Dieser wird öffentlich aufgelegt, unter Mitteilung der Auflage an die beteiligten Grundeigentümer. Diese können binnen 20 Tagen beim Gemeindevorstand Einsprache erheben.

       Art. 41     Kosten

Die Kosten der Quartierplanung werden in der Regel den beteiligten Grundeigentümern auferlegt und nach Massgabe der Grundstücksfläche auf diese verteilt.

Die Erschliessungskosten werden im Perimeterverfahren verteilt.

    VII.   Allgemeine Bauvorschriften

       Art. 42     Konstruktion

Alle Bauten und Anlagen sind so zu erstellen, dass sie ihrem Zweck in technischer und hygienischer Hinsicht genügen, insbesondere hinsichtlich Sicherheit, Festigkeit, sanitäre Einrichtung, Trockenheit, Wärme, Schall- und Feuerschutz.

Wohn- und Arbeitsräume müssen an den Fassaden im Mittel um 2/3 der Raumhöhe und mindestens mit einer Fassade vollständig über den Erdboden hinausragen.

       Art. 43     Unterhalt

Gefährdet ein Gebäude infolge mangelhaften Unterhaltes Menschen oder fremdes Eigentum oder verunstaltet es das Orts- oder Landschaftsbild, so ist es vom Eigentümer instand zu stellen oder zu entfernen.

Diese Vorschrift gilt sinngemäss auch für Einfriedungen, Mauern, Werk-, Lager- und Bauplätze sowie Geländeveränderungen, die durch Abgrabungen, Auffüllungen, Steinbrüche usw. entstanden sind.

  1. 44Emissionen Als nicht störend gelten Bauvorhaben, die ihrem Wesen nach in Wohnquartiere passen und das ruhige und gesunde Wohnen in keiner Weise beeinträchtigen. Sie haben die Bedingungen der Lärmempfindlichkeitsstufe II zu erfüllen.

    b)Als mässig störend gelten Bauvorhaben mit Auswirkungen, die im Rahmen herkömmlicher Handwerks- und Gewerbebetriebe bleiben und sich auf die üblichen Arbeitszeiten während des Tages beschränken. Sie haben die Bedingungen der Lärmempfindlichkeitsstufe III zu erfüllen.

    c)Bauvorhaben mit weitergehenden Emissionen gelten als stark störend. Sie haben die Bedingungen der Lärmempfindlichkeitsstufe IV zu erfüllen.

    Bestehende Bauten und Anlagen, die den geltenden Vorschriften nicht genügen, unterliegen der Sanierungspflicht nach der Umweltschutzgesetzgebung.

    Art. 44bisLärmschutz sie nach Form, Grösse, Lage und Beschaffenheit für eine zonengemässe Überbauung geeignet sind und eine allfällige Baulandumlegung im betreffenden Gebiet nicht präjudiziert wird;

    b)alle Anlagen für den Verkehr, die Wasser- und Energieversorgung sowie die Abwasserbeseitigung vorhanden sind oder vor dem Bau in der in den Plänen der Gemeinde vorgesehenen Dimensionierung und Ausstattung erstellt werden und der Grundeigentümer die erforderlichen Rechte für die Benützung dieser Anlagen besitzt.

    Die Gemeinde erstellt die im generellen Erschliessungsplan bezeichneten öffentlichen Erschliessungsanlagen. Die übrige Erschliessung ist Sache der Grundeigentümer.

    Art. 50Zu- und Ausfahrten

    Zu- und Ausfahrten sind so zu gestalten, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet ist. Autogaragen mit direkter Ausfahrt auf die Strasse müssen mindestens 5 m von der Strassengrenze entfernt sein. Rampen dürfen eine maximale Neigung von 15% aufweisen; zwischen der Strassengrenze und dem Beginn der Neigung muss ein ebener Vorplatz von mindestens 3 m erstellt werden.

    In der Dorfkernzone können Ausnahmen bewilligt werden.

    Art. 51Parkierung, Garagen

    Bei sämtlichen Neubauten sowie bei Umbauten, durch die zusätzlicher Verkehr entsteht, sind gemäss nachstehender Aufstellung Parkplätze oder Garagen auf privatem Boden zu erstellen und ganzjährig zu unterhalten.

    Wohnbauten 1Platz pro Wohnung bis 100 m² Bruttogeschossfläche, darüber 2 Plätze
    Verkaufslokale ausser­­halb der Dorfkernzone 1Platz pro 15 m² Ladenfläche
    Pensionen, Hotels 1Platz pro 3 Fremdenbetten
    Restaurants 1Platz pro 15 m² Fläche
    Bürobauten 1Platz pro 20 m² Bürofläche

    Für andere Bauten bestimmt der Gemeindevorstand die Anzahl der nötigen Parkplätze, wobei er sich an die Normen der VSS hält.

    Die Eigentümer bestehender Bauten und baulicher Anlagen können zur Schaffung von Abstellflächen für Motorfahrzeuge auf privatem Grund verpflichtet werden, wenn die Betriebs-, Wohn- und Verkehrsverhältnisse ihrer Objekte dies erfordern.

    Ist das Erstellen von Parkplätzen auf eigenem Grund nicht möglich, so kann der Gemeindevorstand den Grundeigentümer zur Leistung von Beiträgen an Bau und Unterhalt solcher Anlagen an einem anderen Ort verpflichten. Die Höhe der Beiträge wird durch die Gemeindeversammlung festgesetzt.

      IX.   Bewilligungsverfahren

       Art. 52     Bewilligungspflicht

Für alle Neubauten, baulichen Veränderungen und Abbrüche ist vor Beginn der Bauarbeiten ein Baugesuch einzureichen. Die Bewilligungspflicht gilt insbesondere für folgende Arbeiten:

  1. Neubauten;
  2. An- und Aufbauten an bestehende Gebäude;
  3. Umbauten von Gebäuden wie z.B. Änderungen von Fundamenten, Fassaden und Dächern;
  4. Änderungen der Zweckbestimmung bestehender Räume und Bauten;
  5. feuerpolizeilich bewilligungspflichtige Einrichtungen und Bauten gemäss den Vorschriften der kantonalen Feuerpolizeiverordnung;
  6. Anlagen und Einrichtungen für die Lagerung und den Umschlag von wassergefährdenden Stoffen gemäss den Vorschriften über den Gewässerschutz;
  7. Wasserleitungen, Kanalisationen und Kläranlagen;
  8. Geflügel- und Kleinviehställe, Bienenstände und sonstige Kleinbauten;
  9. Einfriedungen von mehr als 1.50 m Höhe sowie solche längs Strassen;
  10. Anbringen von festen und beweglichen Firmentafeln, Schaukästen und Lichtreklamen;
    1. Aussenrenovationen;
  11. provisorische Bauten;
  12. Wohnwagen und ähnliche Objekte, die mehr als eine Woche pro Jahr am gleichen Ort stationiert werden und als Ersatz für feste Bauten dienen;
  13. Anlage und Betrieb von Campingplätzen, Steinbrüchen, Kiesgruben, Ablagerungsplätzen und ähnlichen Anlagen;
  14. private Verkehrsanlagen mit Einschluss touristischer Beförderungsanlagen;
  15. Terrainveränderungen, Stütz- und Futtermauern;
  16. Freileitung aller Art, ausgenommen Telefon;
  17. Aussenantennen.

Baubewilligungen ausserhalb der Bauzonen bedürfen der Zustimmung der zuständigen kantonalen Behörde.

       Art. 53     Unterlagen zu Baugesuch

Dem Baugesuch sind folgende Planunterlagen in doppelter Ausfertigung beizulegen:

  1. Situationsplan 1:500 oder 1:1000 des Bauplatzes und seiner Umgebung mit Einzeichnung der Zufahrt sowie der Grenzabstände;
  2. Grundrisse sämtlicher Stockwerke mit Einschluss des Kellers und Dachstockes im Massstab 1:100 mit vollständigen Angaben über Aussenmasse, Mauerstärken, Boden- und Fensterflächen und Zweckbestimmung der Räume;
  3. Pläne sämtlicher Fassaden im Massstab 1:100, inkl. bestehendem und projektiertem Terrainverlauf;
  4. Quer- und Längsschnitt durch das Gebäude mit eingeschriebenen Stockwerkshöhen und Angaben über Strassen- sowie bestehende und projektierte Terrainhöhen unter Angabe gesicherter Niveaupunkte, Angabe der Wasseranschlüsse, Elektrisch- und Telefonanschlüsse;
  5. Kanalisationsplan Massstab 1:100 oder 1:50;
  6. Ein Baubeschrieb auf amtlichem Formular mit Angaben über Material und Farbe;
  7. Unterlagen für die Anlagen, die der feuerpolizeilichen Bewilligungspflicht unterstellt sind;
  8. bei Bauvorhaben in der Gefahrenzone: Vorprüfungsentscheid der Gebäudeversicherungsanstalt.
  9. a)[10] Gemäss RB Nr. 2978 vom 28. November 1988 genehmigt

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